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I Revital Herzog
Märchen- und Geschichtenerzählerin

zertifiziert durch den Verband der Erzählerinnen und Erzähler (VEE)

Der tanzende Rebbe

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Der tanzende Rebbe

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Die Geschichte vom Tanzenden Rebbe


In einem kleinen orthodoxen Dorf in Israel (oder war es an einem anderen Ort?) versammelt sich die Gemeinde im Gemeindehaus: Der Rebbe kommt!

Dieser Rabbi ist ein heiliger Gerechter und die Leute wussten: Er kann alle Fragen beantworten, alle Probleme lösen und alle Krankheiten heilen. Und so stehen sie da - lauter leidende Menschen, krank, unglücklich, mit  vielen Fragen und einem Haufen von Problemen.

Der eine brachte seinen Nachbar mit, mit dem er schon seit 10 Jahren in Streit liegt. Die Andere - ihre Schwiegermutter. Der Klejsmer brachte seine Klarinette, deren Stimme krank war.

Der Rebbe kommt in den Saal: Er spürt die bedrückende Stimmung: Die Luft ist dick, dass man sie mit einem Messer schneiden könnte. Der Rebbe seufzt tief und alle seufzen mit.

Der Rebbe beginnt langsam mit den Füssen zu stampfen: bum, bum, bum - dabei summt er eine schwermutige Melodie. Die Leute machen mit. So tanzen sie zusammen. Nach einer weile beginnt die Melodie leichter zu werden. Die Füsse auch. Die Menschen tanzen mit dem Rebbe schneller und schneller. Die Klarinette spielt mit, ihre Stimme ist noch rauh, doch sie wird immer klarer. Die Melodie und der Tanz werden fröhlicher. Der Mann umarmt seinen Nachbarn, er kann sich nicht mehr erinnern, warum sie im Streit lagen. Sie singen und tanzen fröhlich zusammen.

Die Frau tanzt Arm in Arm mit ihrer Schwiegermutter. Die lahmen Kranken bekommen leichte Füsse. Bald fliegen alle in die Höhe, es existiert kein Schmerz mehr, keine Sorge. Alle Gesichter werden klar und alle Herzen leicht.
Da beendet der Rebbe seinem Tanz und alle Menschen stehen mit. Sie atmen und lächeln glücklich miteinander.

Nun sagt der Rebbe den einziger Satz, den er in dem Abend überhaupt spricht: "Ich glaube, dass alle Fragen beantwortet sind!"

Und er macht die Tür auf und verlässt den Raum.

 

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